Berufsunfähigkeit oder Dienstunfähigkeit bei Beamten

Berufsunfaehigkeit und Dienstunfaehigkeit

 

Beamte, Arbeitnehmer oder Selbstständige, alle können arbeitsunfähig werden. Die finanziellen Folgen sind jedem bekannt. Der Arbeitnehmer schützt sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, das gleiche gilt für Selbstständige. Beamte hingegen nutzt eine normale BU-Versicherung wenig. Denn der Gesetzgeber hat hier ganz andere Vorgaben gemacht als z. B. bei Angestellten, welche über eine gesetzliche Rentenversicherung versichert sind. Beamte erhalten vom Dienstherrn, wenn Sie dauerhaft aus gesundheitlichen Gründen nicht am Dienst tätig sein können.

Hier ein Auszug aus dem Bundesbeamtengesetz §44 ".....wenn sie oder er wegen des körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienstpflichten dauernd unfähig (dienstunfähig) ist..."

Eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung leistet in der Regel erst ab 50% dauerhafte körperliche Einschränkung. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung hingegen lehnt sich an das Bundesbeamtengesetzt an und leistet dann, wenn ein Beamter vom Dienstherrn in den Ruhestand versetzt wird.

ACHTUNG: Die Versicherungen haben unterschiedliche DU-Klauseln - mit verschiedenen Folgen. Sehr wichtig, da jede Berufsgruppe (Polizei, Soldaten oder andere Beamte) eine entsprechende Regellung benötigen.

 

Welche Gründe gibt es für die Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit bei Beamten?

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Quelle: Morgen & Morgen

Wie man in der Statistik gut erkennen kann, sind die Gründe für einen Unfall nur knapp über 10% der Fälle. Alle anderen Berufsunfähigkeits- oder Dienstunfähigkeitsgründe sind Krankheiten wie Krebs, Psyche oder Herz und Kreislauferkrankungen. Immer häufiger werden auch sogenannte Burn Out Syndrome, welche hier mit "Nervenerkrankungen" zu erkennen sind.

 

Wann leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

In den meisten Verträgen ist es so geregelt: Wenn eine Person aufgrund eines Schwächeverfalls, Unfalls oder auch Krankheit voraussichtlich für mindestens 6 Monate nicht in der Lage sein wird seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, welche den erlernten (Beruf) oder der Erfahrung nach ausgeübt werden kann. Der Nachweis erfolgt durch ein ärztliches Attest. In der Regel wird ab einen Grad von 50% BU geleistet. Es gibt auch einige Tarife welche bereits ab 25% leisten, gestaffelt bis 75% bzw. bis 100%, solche Tarife kosten häufig mehr, bieten aber nur eine geringe Leistung ab 25% an.

 

Wann leistet eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Abhängig von der Dienstunfähigkeitsklausel in der Regel nach dem der Dienstherr den Beamten in den Ruhestand versetzt hat. Dies alles wird im Beamtengesetz ab §44 geregelt. Gleiches gilt für Vollzugsbeamte, Soldaten oder Feuerwehr. Allerdings muss hier die entsprechende Versicherungsklausel diese Berufsgruppen entsprechend einbeziehen. Ist dies nicht der Fall, was bei einigen Klauseln möglich ist, steht der Beamte im Leistungsfall schlechter da. Auch muss geklärt werden, ob eine Versetzung in den Innendienst für Vollzugsbeamte in Frage kommt.

 

Klauseln bei einer DU-Versicherung

 

Es gibt verschiedene Beamten Klauseln. Wichtig ist, dass hier auf die unterschiedlichen Berufsgruppen eingegangen wird. Ein Verwaltungsbeamter oder Lehrer benötigt keine Vollzugsklausel aber Soldaten, Polizei oder andere Vollzugsbeamte benötigen eine ganz andere DU-Klausel, nämlich eine Vollzugsklausel. Auch müssen Beamtenanfänger wie Beamte auf Probe oder auf Widerruf ganz genau hinschauen.

 

Beispiel für eine echte DU-Klausel

"Bei Beamten des öffentlichen Dienstes gilt die Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit“.

Beispiel für eine mogel / unechte DU-Klausel

"...wird ein Beamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, beurteilt sich die Berufsunfähigkeit des Beamten nach der Anwendung der allgemeinen Absätze...."

 

Eigentlich ist das gar keine richtige Beamtenklausel, denn hier wird die Dienstunfähigkeit nach den Kriterien der Berufsunfähigkeit bewertet. Wer eine solche oder ähnliche Klausel im Vertrag hat, kann eigentlich gleich eine ganz normale Berufsunfähigkeitsversicherung ohne DU-Klausel abschließen.

 

Diese Klauseln haben für Beamte teilweise gravierende Nachteile, z. B. werden hier Beamtenanfänger / Beamtenanwärter ausgeschlossen. Für den Laien ist das nicht sofort erkennbar, aber im Leistungsfall eine Katastrophe. Solche Klauseln sind unterschiedlich formuliert und nicht gleich als eine unvollständige Klausel erkennbar.

 

Folgende Tabelle zeigt die Folgen bei einer Dienstunfähigkeit an:

 

  Krankheit / Freizeitunfall Unfall im Dienst
Beschädigung im Dienst
Beamter auf Widerruf Entlassung und Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung Unterhaltsbeitrag nach § 38 BeaVG Unterhaltsbeitrag nach § 38 BeaVG
Beamter auf Probe Entlassung und Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung Unfallruhegehalt URG Ruhegehalt
Beamter auf Lebenszeit Volle Beamtenrechtliche Versorgung, die Höhe ist aber abhängig von den Dienstjahren. Wartezeit muss erfüllt sein!

 

Doch auch auf Lebenszeit verbeamtete sollte vorsorgen, denn in den ersten 30 Jahren sind die Bezüge einer Dienstunfähigkeitsrente bei einer vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand nicht gerade hoch. Eine private Vorsorge mit einer privaten Dienstunfähigkeitsversicherung ist daher zwingend notwendig. Als Faustregel gilt rund 1,8% Steigerung der Dienstbezüge pro Dienstjahr.

 

Wie finden Sie die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung oder Dienstunfähigkeitsversicherung?

 

Da jede BU / DU Versicherung unterschiedliche Versicherungsklauseln oder Verweisungen haben, wird sich der Laie hier schwer tun. Wichtige Punkte wie Abstrakte Verweisung, echte Dienstunfähigkeitsklausel oder eine Leistung auch bei begrenzter Dienstunfähigkeit können hier zu tragen kommen. Auch eine Nachversicherungsgarantie bei Geburt des Kindes, Heirat, etc. kann im späteren Vertragsverlauf sehr wichtig sein. Daher raten wir Ihnen sich ein unverbindliches und kostenfreies Angebot anzufordern.

 

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